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BarCamp-Regeln ungültig?

Liebe Leute da draußen, wenn ihr so etwas wie eine Konferenz machen wollt (in Abgrenzung zum “langweiligen, überkommenen, klassischen” Konferenzformat gerne auch Unkonferenz genannt) und dabei das “BarCamp”-Format erwähnt (weil BarCamp ja weiterhin “en vogue” ist), solltet ihr vielleicht auch noch mal einen kurzen Blick auf die BarCamp-Regeln werfen. Die haben nämlich durchaus ihren Sinn. Und das würdet ihr wohl auch merken, wenn ihr mal versuchen würdet, Euch darauf einzulassen.

Die 8 BarCamp-Regeln

  1. Sprich über das BarCamp.
  2. Blogge über das BarCamp.
  3. Wenn du etwas präsentieren willst, musst du dein Thema und deinen Namen in ein Präsentationsfenster schreiben. (“Sessionboard”)
  4. Stelle dich mit drei Worten vor. (Die drei “Hashtags” / Schlagworte bei der Vorstellungsrunde)
  5. So viele zeitgleiche Präsentationen wie es Räume gibt.
  6. Keine vorher festgelegten Präsentationen, keine Zuschauer (sondern Teilnehmer).
  7. Präsentationen dauern so lange, wie sie dauern oder bis das nächste Präsentationsfenster beginnt.
  8. Wenn du zum ersten Mal bei einem BarCamp bist, MUSST du präsentieren. (Ok, du MUSST nicht wirklich, aber versuche, zusammen mit jemand anders zusammen zu präsentieren oder stelle wenigstens Fragen und sei ein interaktiver Teilehmer.

(Übersetzt aus dem Englischen, Original siehe barcamp.org)

In den letzten Monaten bin ich mindestens dreimal über BarCamps gestolpert und war zum Teil sogar “live” dabei, wie fundamentale BarCamp-Regeln gebrochen wurden. Hier geht es nicht darum, “BarCamp-Polizei” zu spielen und Regelveränderungen zu ahnden, sondern darum, dass bestimmte Elemente zumindest nach meiner Meinung von fundamentaler Bedeutung für ein wirklich gutes BarCamp sind. Zwei Punkte seien im folgenden herausgehoben…

Vorstellungsrunde
Das Weglassen der Vorstellungsrunde sollte nur im äußersten Notfall erfolgen. Ein PolitCamp mit mindestens 600 Teilnehmern wäre so ein Fall. Bei den meisten BarCamps und ThemenCamps kommen maximal bis zu 250 Teilnehmer zusammen. Und da reicht es eigentlich immer für die sehr wichtige Vorstellungsrunde, auch wenn sie Zeit kostet. Sie ist der wichtige Eisbrecher, denn so muss jeder Teilnehmer mindestens einmal vor allen anderen kurz den Mund aufmachen.

Sessionplanung vorab
Es gibt keinen Grund, die Sessionplanung vorab zu machen – es werden vor Ort Vorschläge für Sessions kommen, ganz sicher. Wer dem Format nicht traut, soll halt die Finger davon lassen. Und auch das Argument der Planungssicherheit gilt hier nicht – wer eine Argumentationshilfe für seinen Chef bzw. für eine Dienstreise braucht, kann die obligatorisch angelegte Seite für die Themenvorschläge und Sessionideen einreichen. Wahrscheinlich werden letztendlich nicht alle Themenvorschläge auch auf dem Sessionboard stehen. Aber das ist auch bei jeder Konferenz so – Referenten werden krank oder fallen aus.

So, nun soll das Geschimpfe ein Ende haben. Und natürlich sind wir noch nicht an dem Punkt, dass die BarCamp-Regeln ungültig sind. Aber es springen weiter Veranstaltungen auf den BarCamp-Zug auf und so ist es meines Erachtens wichtig, dass wir alle verstärkt darauf achten, dass die Regeln weiter eingehalten werden. Und das geht am besten, wenn wir Organisatoren und Veranstaltern auf die Finger schauen und auch mal nachfragen.

Denn es gilt weiterhin das von mir 2011 beim BarCampRuhr4 etwas zweckentfremdete Kennedy-Zitat:

Frage nicht, was das BarCamp für dich tun kann, sondern frage Dich, was Du für das BarCamp tun kannst.

Oder etwas kürzer: Du bist BarCamp!

Schlagwörter: Barcamp, Veranstaltung

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Schweinderl